[>>]

Texte

Mittwoch, 18. Mai 2005

Inhalt TEXTE von Rahel

Mit "Suche" gehts am schnellsten!
„Texte“: Sprachspuren 1
1. a) Welche „Spur“ hinterlässt eure Motivation im Studium?, b) "Du sollst dir nichts Eigenes ausdenken – Das , was uns unbedingt angeht.... –
2. Seelenalter
3. Ich und mein Gehirn
4. Bildung?
5. Gespür für Spuren... "Sprachspuren im Schnee"
6. Spuren Teil II: „Ich und mein Gehirn“ Der Mensch kann denken, was er will.... Er kann auch denken, dass er ist.
7. Spuren Teil III Warum braucht das Sein ein Heim?
8. Spuren IV – Wie nehmen wir wahr?
9. Spuren V Das Anwesen des Seins im Werden
10. Stress durch Wortattrappen VI
11. Augenblicksbilder VII
12. Sprachspuren im Herzen VIII
13. Zusammenspiel „Zusammen sind wir stark!“: BildERleben
14. Kräfte: Zusammenspiel der ästhetischen und ordnenden Kräfte
15. Auf dem Weg zu Denkstrukturen...

„Texte und Metaphysik“: Sprachspuren 2
1. Aber immerhin „Aber immerhin, das Denken ist in der Lage, sich selber und seine Geschichte zum Gegenstand zu machen.“
2. Neurowissenschaft meets Lyrik
3. Worte und Schwingungen
4. Immer mehr Kinder durch Fernsehen entwicklungsgestört
5. Sprechen und Schweigen
6. Sprechen und Schweigen II
7. Auf der Suche nach dem Sein des Seienden 1
8. II Zum Werden möcht’ ich sagen: Verweile doch ...
weitere siehe dort!

Donnerstag, 17. Februar 2005

Auf dem Weg zu Denkstrukturen...

denkstrukturen

Freitag, 11. Februar 2005

Kräfte

(Worddokument: kraefte1 (doc, 366 KB)

Zusammenspiel der ästhetischen und ordnenden Kräfte

Alles in der Natur ‚unterliegt’ einer bestimmten Ordnung. Nur durch das Spiel der ordnenden und gestaltenden Kräfte gelangt etwas in die Wirklichkeit und in Erscheinung. Alles Entstehen ist Wirken der Ästhetischen Kräfte: Binden und lösen, zufügen und wegnehmen, angleichen und unterscheiden, vergrößern und verkleinern; und der Ordnenden Kräfte: zuordnen und einordnen, überordnen und unterordnen, vorordnen und nachordnen, anordnen und beiordnen.
  • „Was auf natürliche Weise entsteht, erhält auch von der Natur seine Art und Weise, sich zu verhallten und die Mittel, um mit widrigen Umständen fertig zu werden, damit es den Selbst-Zweck des Daseins zu erfüllen vermag. Diese Daseinsgestaltung vollzieht sich ordnend als Streit des Gegensätzlichen von Leben und Sterben (binden und lösen), Gewinnen und Verlieren (mehr oder weniger werden), Freiheit und Verpflichtung (unterscheiden und angleichen), Wahrheit und Veränderung (größer und kleiner werden).“ (W. Schmid: b.i. 275)
Auch das Gehirn arbeitet mit diesen Kräften: Während ein Gedanke entsteht, werden viele Möglichkeiten von Beziehungen dieser zwei Kräfte durchgespielt. Jeder Gedanke wächst aus dem Zusammenspiel linker und rechter Hemisphäre, nämlich dem Bild-Erleben und Bilder-Leben in eins (interhemisphärische Kommunikation). Das Bild-Erleben, also das „Lesen“ von Bildern, Auseinandernehmen und Prüfen ihrer Bestandteile ist vorwiegend eine Aufgabe der linken Gehirnhälfte; sie liebt die Klarheit, welche auf Kosmos (= Ordnung) angewiesen ist. Um Ordnung zu schaffen, ist das Wirken der ordnenden Kräfte erforderlich. Die rechte Hirnhälfte beschäftigt sich bevorzugt mit dem Leben der Bilder, also dem Lebendig-Machen; sie gestaltet etwas aus ihnen, ist auf ‚Eigenes’ angewiesen, welches aus dem Chaos (=Un-Ordnung) erwächst. Um Neues hervorzubringen, ist das Wirken der ästhetischen Kräfte erforderlich.
Ein Gedanke ist in einem bestimmten Moment etwas auf den Punkt Gebrachtes, aus einem bestimmten Punkt Hervorgebrachtes des Denkens, dem Zusammenspiels beider Hemisphären.

Die Kräfte lassen sich am besten symbolisch erfassen. „Metaphysische Symbole repräsentieren die Organisation des Bewusstseins a priori (vor aller Anschauung). Mit Hilfe metaphysischer Symbole wird reines Denken kalkülisiert.“ W.F. Schmid: basic instinct, Beltz 1994 S. 87 , ebenso auch die Symbole (unter- und anordnen, folgend, wurden von mir getauscht)

Während der Arbeit des Gehirns werden Inhalte unterschieden und es kann festgestellt werden, was angeglichen werden kann. Daraufhin können zum Beispiel bestehende neuronale Verbindungen gelöst werden, um mit anderen neue Bindungen einzugehen, ein neuronales Netz kann so verkleinert oder auch vergrößert werden. Durch neue Inhalte werden Verbindungen und Neuronen hinzugefügt, durch Ablehnung können aber auch Neuronen von Netzen ‚weggenommen’ werden:
kraftnetz1

Damit etwas unterschieden werden kann, müssen die Dinge aufeinander bezogen bzw. zugeordnet werden, Angleichen erfolgt, wenn etwas einander gleicht bzw. in eine Menge eingeordnet werden kann. Wenn etwas einander gleicht, dann ist das diesen Gleichen übergeordnet, welches ihnen gemeinsam ist. Das Einzelne hingegen bleibt dem Gemeinsamen untergeordnet. Wenn etwas einem anderen zu- und zu etwas Gemeinsamen eingeordnet wird, dann ist das vorhergehende Zuordnen und Vergleichen dem Binden vorgeordnet. Die Menge, die alles Gemeinsame beinhaltet, ist erst gebildet, nachdem Gemeinsames zugeordnet und gebunden wurde, deshalb ist diese nachgeordnet. Wenn Gemeinsames gefunden wurde, dieses aneinander gebunden ist, dann besteht eine bestimmte Struktur bzw. Anordnung dieser Einzelnen im Ganzen. Das aber, was unterschieden und gelöst worden ist, ist dem anderen wiederum beigeordnet, weil es dem gebildeten System nicht angehört, es aber gleichwohl beeinflussen kann.
kraftnetz2

Diese Beschreibung kann nur einen Ausschnitt zeigen, da es verschiedene Möglichkeiten des gemeinsamen Wechselspiels der gestaltendenden und ordnenden Kräfte gibt. Wurde hier das Zusammenspiel von Unterscheiden und Zuordnen gezeigt, so kann auch die Kraft des Einordnens in Beziehung stehen zu der Kraft des Unterscheidens. Folgende Tabelle zeigt die Vielfalt der Möglichkeiten, welche Kräfte miteinander in Beziehung stehen können. Diese Tabelle beschränkt sich auf Zweidimensionalität, die Kategorien als „jene Informationen, welche das Entstehen von Formen steuern oder regeln“ (W. Schmid: b. i., S. 222) werden in dieser Darstellung nicht berücksichtigt. (siehe Worddok.)
  • „Jede Kategorie aktiviert und beeinflusst ästhetische Kräfte auf ihre Weise, und höchst selten regelt dies eine Kategorie allein. Kategorien, Ordnungsprozesse und ästhetische Kräfte verhalten sich zufolge verschiedener Einflüsse häufig widersprüchlich und stören sich so wechselseitig.“ (W. Schmid: b.i., S. 275)
Jedes Spiel wird bestimmt durch eine dominierende Kraft. Aber auch nur das Fehlen einer einzigen Kraft würde das Entstehende vernichten. Jedes Gestaltete braucht die Ordnung, die dafür sorgt, dass es besteht.

Sobald etwas erscheint, ist es einmalig.
  • „Ein Elementarteilchen zieht entweder ein anderes an oder stößt es ab. Die Anziehungs- oder Widerstandskraft ist der Grund (Kategorie) für das Verhalten von Elementarteilchen. Binden und Lösen sind hier die vorrangig aktiven ästhetischen Kräfte. Und durch die Verbindung (Ordnung), die Elementarteilchen gegebenenfalls eingehen, wird Materie erzeugt oder verändert [...].“ (W. Schmid: b. i., S. 274)
Durch die gestaltenden Kräfte wird aber auch Bestehendes wieder verändert, was durch das Schauen der Natur deutlich wird.
  • „So ist der Streit der Vater aller Dinge: diese befinden sich somit immer gleichzeitig im Entstehen und Vergehen. In keinem Augenblick bestehen sie als etwas Dauerndes oder Festes, sondern: Alles fließt. Das ewige Werden ist somit die Form, in der sich der Inhalt der Welt darstellt.“ (C. Friedlein: Geschichte der Philosophie, S. 27)

Freitag, 4. Februar 2005

Kategorisierung des Textes


Was sind Kategorien?

Bitte auch entsprechenden Text unter www.wolfgang-schmid.de beachten.

Wolfgang Runge: Kategorien. In: Werkzeug Objekt - Kybernetik und Objektorientierung, Dissertation 2001, S. 163ff

„Der Begriff der Kategorie führt in die Antike zurück. Aristoteles nimmt die sprachlichen Zeichen zum Anlaß, um nach dahinter verborgenen Strukturen zu suchen. Sein Interesse erweitert sich dadurch, dass er eine Ordnung zu entwickeln versucht, die auf die ersten Begriffe zurückführt, die sich nicht mehr ableiten lassen. Er sucht die Ursprünge der Sprache.
Sie führt ihn zu zehn induktiv [vom konkret Erfahrbaren zum Abstrakten schreiten, Anm. d. V.] abgeleiteten Kategorien, von denen er annimmt, daß sie keinen gemeinsamen Oberbegriff mehr haben, also ursprüngliche oder Grundbegriffe sind.

Wenn man die griechische Denkfigur des Zusammenhangs von Sein, Denken und Sprache voraussetzt, dann stellt allein schon diese Frage nach den ersten Begriffen und der Versuch, eine Antwort zu finden, einen bedeutenden Schritt in der Philosophie dar. Auf der Suche nach den Strukturen menschlicher Sprache sucht Aristoteles nach den Strukturen menschlichen Denkens.

Ein weiterer Philosoph, der sich des Begriffes der Kategorie bedient, ist I. Kant. Er ist auf der Suche nach Erkenntnis. Er hält dem Vordenker Aristoteles vor, daß seine Kategoriensammlung einer ‚Rhapsodie’ [freie Komposition, Anm. d. V.] gleiche. Er hält es nicht für legitim, auf induktive Art und Weise nach diesen Begriffen zu suchen. Seine Leitfrage lautet: ‚Wie kommt unser Verstand überhaupt zu Begriffen? Wie geht es zu daß unser Verstand Begriffe bilden kann, die sich auf einen bestimmten Gegenstand beziehen und mit ihm übereinstimmen (denn das ist der Sinn von ‚Erkennen’)?’ (Kant: ‚Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können’) Das ist das Thema der von I. Kant begründeten transzendentalen Logik, in deren Mittelpunkt sein Kategoriensystem steht. [...]
Beide Autoren versuchen die Grundlagen zu entwickeln, um den Erkenntnisprozeß transparent zu machen oder mindestens Voraussetzungen für einen solchen Weg zu schaffen.

W. F. Schmid greift ebenfalls den Begriff der Kategorie auf, um ihn vor dem kybernetischen Hintergrund zu verwenden. Sie sind ‚jene Informationen, welche das Entstehen von Formen steuern und regeln.’ (Schmid: basic instinct, S.308)

Kategorien stellen die Meta-Informationen für die ordnenden und ästhetischen Kräfte dar. Sie sind teilweise durch Wiederholungen gelernt oder sinnlich erfahrbar. Kategorien entstehen aus ästhetischen und logischen Kräften. Reine Information und reine Energie verbinden sich durch einen Zufall. Wenn diese Verbindung sich als stabil erweist, dann entstehen Kategorien, die wiederum Kräfte beeinflussen können. Weil die Kategorien weder stofflich noch energetisch sind, handelt es sich um Information.

W.F. Schmid leitet 12 Kategorien ab [diese werden im Beispiel unten gezeigt und auch Kati kati kann davon berichten! Anm. d. V.].
‚Fragen heißt Suchen. Wer fragt, möchte etwas entdecken. Indem wir eine Frage formulieren, markieren wir die Richtung des Weges, auf dem wir das Gesuchte zu finden hoffen’ (Schmid: b.i., S. 165) Deshalb kann jede der 12 Kategorien beschrieben werden. Sie stellen den Motor für die menschliche Entwicklung dar. Die Lust am Fragen steht für die Neugierde, die Welt und ihre Zusammenhänge zu ergründen.

Kategorien sind Momentaufnahmen in dem natürlichen und dynamischen Prozeß des Werdens. Sie vermitteln dadurch den Eindruck, als ob es sich um Stufen handeln würde. Die Dynamik im Zusammenspiel der drei Kräfte [ordnende, ästhetische, kategoriale, Anm. d. V.] wird dazu in Form der Momentaufnahme nur scheinbar unterbrochen. Das Herstellen einer Ordnung ist eine Überführungsfunktion aus dem Strom der Möglichkeiten in die Wirklichkeit. ‚Die logische Form besteht aus zwei Kräften und einem Gesichtspunkt, unter dem das Zusammenspiel der beiden Kräfte zustande kommt (= Kategorie).’ (Schmid: b.i., S.405)

Dieser Kategoriebegriff unterscheidet sich von dem des Aristoteles und I. Kants. Es geht weder um Gattungen noch um Qualitäten. Kategorien sind eine Klasse von Momenten, die entweder als Ergebnis des Kräftespiels erscheinen oder die als Frage die Kräfte aktivieren.

Die Funktion der Kategorien als bewußtseinsorganisierende Kräfte beschreibt W.F. Schmid als ‚Regelkreis des Bewußtseins’. Dabei übernehmen sie die Rolle der Führungsgrößen. Sollte man kategorische Fragen nicht beantworten können, dann handelt es sich um ‚Störungen im Zusammenspiel der Kategorien mit den elementaren Kräften (Synonym für ästhetische Kräfte, Anm. v. W. Runge) und Ordnungen.’ (Schmid: b.i., S.182) Die Kategorien leiten das Zusammenspiel ästhetischer und logischer Kräfte unter jeweils ihrem spezifischen Aspekt.“ (W. Runge: Werkzeug Objekt)


Das folgende Beispiel zeigt alle Kategorien, die den Text bestimmen:
Ein Text will einen Gedanken sprachlich und zusammenhängend erscheinen lassen und damit etwas verändern. Dass dies überhaupt funktioniert, liegt in der Fähigkeit des Gehirns, Bilder in Sprache umzusetzen. Damit dies erfolgreich gelingt, müssen rechte und linke Hemisphäre synchronisiert arbeiten. Dann erst kann das Bilder-Leben und Bild-Erleben in eins erfasst werden und entschieden werden, welches das treffende Wort ist, um das Erfasste auszudrücken. Dabei hängen die Möglichkeiten zur Auswahl der Wörter und Bilder von der Vigilanz und Phantasie ab.

Ein Text (wer: Gegenstand*) will einen Gedanken (was: Wesen) sprachlich und zusammenhängend (Welche: Eigenschaft) erscheinen lassen (weshalb/wodurch: Grund) und damit etwas verändern (wofür: Zweck). Dass dies überhaupt funktioniert liegt in der Fähigkeit des Gehirns (warum: Ursache), Bilder in Sprache umzusetzen (wozu: Wirkung). Damit dies erfolgreich gelingt, müssen rechte und linke Hemisphäre (wo? Ort) synchronisiert (wann: Zeit) arbeiten. Dann erst kann das
Bilder-Leben und Bild-Erleben in eins erfasst (wie: Art und Weise) werden und entschieden werden, welches das treffende Wort ist, um das Erfasste auszudrücken (womit: Mittel). Dabei hängen die Möglichkeiten zur Auswahl (wie viele: Maß) der Wörter und Bilder von der Vigilanz und Phantasie (wobei: Umstand) ab.

Und hier kommt kati:kati katiword (doc, 460 KB)


* Wer? galt zur Zeit der Entstehung der Dissertation von Runge noch als Fragepronomen, welches nach dem Grund fragt. „Wer“ ist hier die Frage nach dem Gegenstand, bzw. Bezugssystem.

Mittwoch, 2. Februar 2005

Mythos "Schüss"*!

Mythos "Schüss!" sagt Aristoteles.
Auf das ich das Denken nimmers vergess!
Ideen will ich schauen rein,
die müssen geistig zu erfassen sein.

Der Platon schaute viel und tief.
sein Lehrer schon vom Kelche trank,
das wusste er wie man Ideen rief!
Die Pädagogen hingegen: geistig blank.

Vom Myths begrifflich befreit: Aristoteles.
Bis auf Reste wie Mariä Lichtmess,
Können wir heut uns üben im Denken
und in lichten Momenten uns selbst
einen klaren Gedanken schenken.

*(Betonung: wie Helge Schneider)

Kurzform (auswendig!)

Mythos "Schüss!" sagt Sokrates,
dass ichs Denken nicht vergess.
Ideen hin Ideen her,
geistig seh ich einfach mehr.

Samstag, 29. Januar 2005

Zusammenspiel

„Zusammen sind wir stark!“

Jeder Gedanke wächst aus dem Zusammenspiel linker und rechter Hemisphäre, nämlich dem Bild-Erleben und Bilder-Leben in eins (interhemisphärische Kommunikation). Ein Gedanke ist ein Moment (auf den Punkt Gebrachtes, aus einem bestimmten Punkt Hervorgebrachtes) des Denkens (Zusammenspiel).

Alles Entstehen ist Wirken der Ästhetischen Kräfte: binden und lösen, zufügen und wegnehmen, angleichen und unterscheiden, vergrößern und verkleinern;
und der Ordnenden Kräfte: zuordnen und einordnen, überordnen und unterordnen, vorordnen und nachordnen, anordnen und beiordnen.
Die Kräfte lassen sich am besten symbolisch erfassen. „Metaphysische Symbole repräsentieren die Organisation des Bewusstseins a priori (vor aller Anschauung). Mit Hilfe metaphysischer Symbole wird reines Denken kalkülisiert.“
W.F. Schmid: basic instinct, Beltz 1994,S. 87

Es ist sinnvoll, sich das Wirken dieser Kräfte einmal vorzustellen.
Welche Symbole könnten passen? Da sie nicht vom System richtig übertragen werden, sind sie hier im Wortdokument zu finden:zusammenspiel (doc, 102 KB)

zuordnen
einordnen
überordnen
unterordnen
vorordnen
nachordnen
anordnen
beiordnen

binden
lösen
hinzufügen
wegnehmen
größer werden
kleiner werden
angleichen
unterscheiden

Das Bild-Erleben, also das „Lesen“ von Bildern, Auseinandernehmen und Prüfen ihrer Bestandteile ist vorwiegend eine Aufgabe der linken Gehirnhälfte; sie liebt die Klarheit, welche auf Kosmos (= Ordnung) angewiesen ist. Um Ordnung zu schaffen, ist das Wirken der ordnenden Kräfte erforderlich.

Die rechte Hirnhälfte beschäftigt sich mit dem Leben der Bilder, also dem Lebendig-Machen; sie gestaltet etwas aus ihnen, ist auf ‚Eigenes’ angewiesen, welches aus dem Chaos (=Un-Ordnung) erwächst. Um Neues hervorzubringen, ist das Wirken der ästhetischen Kräfte erforderlich.

Wenn jede Hirnhälfte allein ‚vor sich hin arbeitet’ kann das so aussehen:

linksrechts1

Ein neuer Gedanke ist nur etwas ‚wert’, wenn er „ordentlich gestaltet“ ist, wenn also alle Paare beider Kräfte beteiligt sind:

linksrechts2

Die erfolgreiche Gestaltung eines Textes ergibt sich ebenso aus dem Zusammenspiel beider Hemisphären und dem BildErLeben, denn auch mit Wörtern kann man malen! Wie mag so ein „Bild“ im Text aussehen? Kann man sehen, welche Kraft dominierend war? Kann man erkennen, welche Paare am häufigsten zum Zuge kamen? Antworten finden auf diese Fragen bedeutet Sprachspurensuche!

Mittwoch, 26. Januar 2005

VIII Sprachspuren im Herzen

Viele in unserer Kindheit durch Sprache gespurte Wege, sind Umwege.

Ein Gedichtgebet, dass mich während meiner gesamten Kindheit begleitete, kam mir durch das Nach-Denken über die Sprachspuren in den Sinn. Sprache spurt sich ein und hinterlässt Spuren, auf denen wir dann selbst immer wandeln. Was für Spuren mögen es sein, die dieses Gebet hinterlässt und bereitet?

Ich bin klein,
mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen
als Gott allein.

Als ich dies gerade „neu“ dachte, zusammen mit den Hintergründen, die ich in meinen bisherigen Texten hier schon beschrieben habe, kam die Frage auf: Wie wird das „Ich“ dadurch gestärkt ... und warum soll da Gott wohnen und nicht das Sein? Also ist in meinem Herzen für mich selber kein Platz mehr, wenn Gott da schon wohnt? Für Kinder ist Gott ja eine Art Mensch... wie auch andere Phantasiefiguren real sind. Als Erwachsene mühen wir uns dann ab, das Göttliche in einem selbst zu finden; Gott, der sich, wie das Sein, anteilhabend in jedem Erscheinenden zeigt. Welch ein Umweg.

Vielleicht geht es ja auch „andersrum“:
wohnen


Du bist groß,
dein Herz ist rein,
können alle drin wohnen
in deinem Sein.

Dienstag, 25. Januar 2005

VII Augenblicksbilder

augenblick (doc, 19 KB) ................................fingieren (doc, 20 KB)
augenblick
..................................abbild (doc, 19 KB)

Montag, 24. Januar 2005

VI Stress durch Wortattrappen

Ein Wort erzeugt immer ein Bild, sonst ist es nur eine Attrappe. Attrappen gelten nicht. Als Lehrender muss man bei den Schülern mit seinen Worten Bilder erzeugen. Erzeugt ein Lehrer keine Bilder, leert er seine Schüler.

Mit leeren Worten wird man geleert. Mancher Unterricht wirkt wie eine programmierte Tiefentladung (das ist das deutsche Wort für Depression). Das Gehirn, wohl wissend, was ihm bekommt, macht „dicht“, wenn jemand versucht, Attrappen einzuschleusen. Manchmal werden aber auch Gehirne überrumpelt und hintergangen. Dann sitzt so eine Attrappe plötzlich drin und ist nicht wieder raus zu bewegen. Das Gehirn versucht dann, um diese Attrappen ‚drum rum zu denken’, was natürlich Umwege und damit Zeitverlust bedeutet. Diese leerenden Wörter können ganze Neuronennetze lahm legen und die Funktionalität der Verbindungen zu anderen Nervennetzen stören. Ist eine Verbindung so stark gestört, dass keine Nachrichten mehr weitergeleitet werden können, dann bahnt sich eine „Blockade“ an. „Blockaden“ sind, von negativ bewerteten Emotionen begleitete, gestörte neuronale Bereiche. Ein einziges Leerwort reicht dann schon aus, um den gesamten „Apparat“ zumindest kurzfristig ganz lahm zu legen. Da Lernen und eben auch „Nicht-Lernen“ sich mit Hilfe hormoneller Veränderungen vollzieht, werden dann schon beim Hören eines solchen Wortes Stresshormone freigesetzt, die großflächig wirken. Bei manchen ist so ein Wort „Mathematik“ oder aber auch zum Beispiel in einer Klausur: „Übertragen Sie folgendes Wort in Lautschrift: Oberbürgermeister“.

bildungstheorie
Klare Bilder gewährleisten auch klare Worte. Aus diesem Grund ist eine genaue Wahrnehmung Voraussetzung für trennscharfe Sprache. Wer nur oberflächig wahrnimmt, viele Filter (= Vorurteile) vor seinen inneren Augen hat, der wird diese Bilder auch nur schwammig versprachlichen können bzw. wird versuchen, seinen Text mit Attrappen zu füllen.

Wenn man als Lehrer unterwegs ist, lautet eine dem entsprechende Regel also: Ich muss überprüfen, ob ich bei meinen Schülern Bilder entstehen lasse und ob meine Schüler in der Lage sind, diese in eigene Worte zu fassen.

Sonntag, 23. Januar 2005

Spuren V

Das Anwesen des Seins im Werden

Zwei Sätze aus den vorangegangenen Texten nehme ich mit:
Wir nehmen die Welt mit unserer von Filtern verschleierten Wahrnehmung gestaltend wahr. Das bleibend-treibende Sein, auf dessen Suche wir sind, wohnt in unsteten von uns sprechend gedachten Einzelnem.

Das Sein als Verborgenes hat am Seienden immer als dessen (Ur-)grund oder (Ur-)bild Teil. Heraklit sagt: „Der Streit ist der Vater aller Dinge; diese befinden sich somit immer gleichzeitig im Entstehen und Vergehen. In keinem Augenblick bestehen sie als etwas Dauerndes oder Festes, sondern: Alles fließt (pánta rhei). Das ewige Werden ist somit die Form, in der sich der Inhalt der Welt darstellt.“
C. Friedlein: Geschichte der Philosophie, Eich Schmid Verlag, Berlin 1992, S. 27

Das Werden ist das Erscheinen des Seins und damit ein Prozess. Werden – in Erscheinung kommen – kann nicht statisch sein. Das Sein birgt alle möglichen Möglichkeiten, die in die Erscheinung – die wirkliche Wirklichkeit, treten können. Wenn etwas in Erscheinung tritt, dann bleibt aber auch immer etwas verborgen, nämlich das, was nicht aus dem Sein heraus in Erscheinung getreten ist. Etwas, das in Erscheinung tritt, wird aus dem Bereich der „möglichen Möglichkeiten“ in den Bereich der „wirklichen Möglichkeiten“ ‚geschickt’, bevor es dann in den Bereich der „möglichen Wirklichkeit“ gelangt und dann erst ‚wirklich’ wirklich ist. Gleichzeitig mit diesem Werden, vergeht das Etwas aber auch wieder. Das heißt für uns: Nur wer sich nicht mehr gegen das Vergehen wehrt, kann wirklich werden!

hinter dem text
Texte sind gleichzeitig Produkt und Zeugen des Werden-Prozesses. Das Sein, aus dem das wirklich Wirkliche getrieben ist, ist selbst da mit-anwesend. Die Worte „anwesen“ und „anhaften“ zeigen übrigens sehr deutlich den Unterschied: Das Sein haftet nicht an, sondern es west* im Werden. Wer dem Werden versucht ‚anzuhaften’, der bremst sich selbst aus. Man stelle sich vor, man hatte einen wunderbaren Gedanken für einen ganz wichtigen Text oder eine wunderschöne Vorstellung für ein besonderes Bild. Klemmt man sich diesen Gedanken gleichsam unter den Arm und geht damit hausieren, erzählt jedem davon, dann wird er nicht nur erstens schnell verblassen, sondern er wird sich zweitens auch nicht mehr aufschreiben lassen bzw. wird sich das Bild nicht mehr so auf Papier bringen lassen, wie es sich uns in der Vorstellung zeigte. Es ist dann wohl so, das ihm durch das Anhaften das Wesen abhanden gekommen ist. So wird es dann wohl auch an dem Bild zu erkennen sein und ebenso in dem Text. Intuitiv ist es wohl leicht, sich vorzustellen, was unter einem „wesenlosen Text“ zu verstehen ist.

Damit man sich übt, das Anhaften „sein zu lassen“ und damit loszulassen, kann es sehr hilfreich sein, einfach nur „so“ zu schreiben, ohne das man damit etwas Bestimmtes bezweckt, wie zum Beispiel eine Hausarbeit, wo man über jede einzelne Seite mit anderthalbfachem Zeilenabstand dankbar ist. Ich denke grade an die, die im Moment für die Klausuren lernen müssen – und sonst so schöpferisch sind!
Das schöpferische Denken ist nämlich sehr empfindlich und zieht sofort wie eine Schnecke seine Fühler ein, wenn anderes gewollt wird, als es selbst. Vielleicht ist das mit der Liebe vergleichbar.

* west = nach Heidegger

Aktuelle Beiträge

Broschüre "Lehren...
Die Broschüre "Lehren lernen - mit Fridolin"...
rahel - 25. Apr, 19:44
Und aktuell
unter http://referendariat.twoda y.net/
rahelrath - 28. Feb, 23:03
Hallo Rahel
Ich hoffe, du guckst hin und wieder mal auf deinen...
littlequeen - 27. Feb, 15:58

rahel - 26. Jun, 12:26
Lehren lernen
... Hirnforschung und Pisa... Außerdem fand...
rahel - 26. Jun, 12:25
Inhalt TEXTE von Rahel
Mit "Suche" gehts am schnellsten! „Texte“:...
rahel - 26. Jun, 12:23
Dieser Weblog: bis März...
weiter gehts auf Sprachspuren 2
rahelrath - 26. Jun, 12:22

Suche

 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Zufallsbild

icon

Status

Online seit 1914 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. Apr, 19:44